Ist das ein Kampfhund? Jedenfalls ist das Vermitteln ein Kampf.

Woher erkennt man einen Kampfhund? fragen wir Peter, unseren Hunde Profi. “Weiß nicht, sagt er.” Das macht uns betroffen, denn Peter ist unser Hundeprofi hoch 2 und wenn er es nicht weiß, wer dann …. Keiner. Genau. Gentleman, der er ist, lässt er seine Botschaft nur zwischen den Zeilen mitschwingen: dass man schlicht nicht nach dem Äußeren beurteilen kann, ob der Auslandsmischling auf der Straße einen Kampfhund in der Familie hatte.

Wir hatten natürlich einen Grund zu fragen. Als wir mit der Vermutung konfrontiert wurden “Das ist doch ein Kampfhund”, handelte es sich unserer Einschätzung nach eher um einen Labrador, einen Labrador Mix, um genau zu sein. Ein brauner Rüde, Kurzhaar, recht kräftige Schultern, zugegebenermaßen. Das Foto war nicht gerade schmeichelhaft. Und schon ist ein großer brauner bulliger Hund mit wenig Hoffnung in den Augen mit einem Vorbehalt belastet, gegen den wir in der Vermittlung kaum ankommen, Kampfhunde sind nun wirklich schwer zu vermitteln. Es war übrigens ein Gemütstier, ein echtes Seelchen, und die Sache ist ein Weilchen her. Es hat sich längst ein gutes neues Zuhause gefunden.

Da, wo unsere Hunde herkommen, aus den Straßen und versteckten Winkeln in Rumänien, sind  eher Mischlinge unterwegs, einige Herdenhunde und Hütehunde, aber sehr sehr wenige Rassehunde. Wir reden schließlich von Straßenhunden, die gehen wirklich nicht nach Herkunft bei ihrer Familienplanung. An Aussehen ist alles dabei, ein Blick auf unsere Vermittlungshunde verrät es. Und wie so oft bei den Schnappschüssen, die unsere Tierschützer unter leicht chaotischen Bedingungen in Rettungsstationen aller Art machen, sind sie in ihrer wilden Schönheit nicht immer gut getroffen.

Danke für das Vertrauen, trotz vager Vergangenheit und unvorteilhaften Fotos trotzdem zu über uns Tierschutzvereine Hunde aus dem Ausland zu adoptieren. In den allermeisten Fällen gibt es ein Happy End.